Ein ungewöhnlicher Film, vielleicht ja auch nur für mich und nur deshalb, weil ich automatisch Science-Fiction erwarte, wenn ich was von "Astronaut_in" lese! Doch "Proxima" ist in erster Linie ein Drama über eine Frau, die hin- und hergerissen ist zwischen ihrer Rolle als Mutter und ihrer Berufung, als Astronautin ins All zu fliegen. Da schlagen wahrlich zwei Herzen in ihrer Brust – die Liebe zu ihrer Tochter und der Lebenstraum, die Erde zu verlassen und zu den Sternen zu fliegen. Gefallen hat mir an dem Film, dass man einen guten Einblick in den Astronaut_innen-Alltag erhält, wie da trainiert wird, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, was einem abverlangt wird. Das ist auch durchaus spannend. Ein wenig gestört hat mich dem gegenüber das familiäre Drama, weil mir die Zerrissenheit der Mutter/Astronautin allzu konstruiert erschien und obwohl man Eva Green abnimmt, dass sie nicht weiß, welches Herz lauter schlägt, hat mich der leicht zähe, sich permanent wiederholende Problemteil der Story mit der Tochter eher abgelenkt von dem, was an dem Film spannend ist: Zu sehen, wie jemand seinen Kindheitstraum verwirklicht und dafür bereit ist, alles zu tun.
[Tendenz für Georg: Eher 6 als 7]